Parodontitis Teil1

Parodontitis/Parodontose – Was ist das?

Mit einer kleinen Serie wollen wir über dieses Krankheitsbild aufklären, da dieses erfahrungsgemäß ab dem 45. Lebensjahr die häufigste Ursache für Zahnverlust ist.

Teil 1: Begriffsklärung

Die Parodontitis (früher umgangssprachlich auch Parodontose genannt) ist eine zumeist chronische entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontium), welche unbehandelt zum Zahnverlust führen kann.

Die Ursache für die Erkrankung sind spezielle Bakterien und Keime, die plötzlich gegenüber den normal vorkommenden, nicht krankmachenden Keimen in der Mundhöhle die Oberhand gewinnen. Diese leben im Zahnbelag, im Zahnstein, in den Ablagerungen unterhalb des Zahnfleisches sowie auf der Zungenoberfläche. Werden die Bakterien nicht regelmäßig durch gute tägliche Mundhygiene und intensive Zahnreinigungen entfernt, lösen sie zunächst eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis) aus.

Das Zahnfleisch ist dadurch geschwollen, gerötet und kann bei Berührung stark bluten. In dieser Phase ist die Entzündung noch reversibel, d.h. es ist noch kein Schaden am Zahnhalteapparat entstanden. Durch eine professionelle Zahnreinigung in Verbindung mit guter Mundhygiene kann das Zahnfleisch wieder ausheilen, was man dann an der blassrosa Färbung erkennt.

Wird die Zahnfleischentzündung nicht behandelt, kann es zur Entzündung des darunterliegenden Zahnhalteapparates kommen. Dabei wandern die Keime entlang der Zahnwurzel in die Tiefe der Zahnfleischtasche und zerstören den Zahnhalteapparat mit seinen empfindlichen Fasern. Im weiteren Verlauf vertieft sich dabei die Zahnfleischtasche und zusätzlich kommt es durch Auflagerung von Konkrementen (Zahnstein in der Tiefe der Zahnfleischtasche) zum Knochenabbau und freiliegenden Zahnhälsen. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Zähne locker und können verloren gehen.

Das Immunsystem spielt bei der Parodontitis eine wichtige Rolle. Der Krankheitsverlauf steht häufig in direktem Zusammenhang mit dem Zustand des Immunsystems. Risikofaktoren, die einen negativen Einfluss auf das Immunsystem haben, sind insbesondere das Rauchen, ein unbehandelter Diabetes mellitus (Zuckererkrankung), Stress, Übergewicht sowie eine Mangel- oder auch Fehlernährung. Allerdings können zusätzlich auch andere Faktoren mit eine Rolle spielen: beispielsweise hormonelle Schwankungen in der Schwangerschaft oder auch vererbte Funktionsstörungen, die zu einer Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems beitragen.

Darüber hinaus kann die Parodontitis einen negativen Effekt auf andere Allgemeinerkrankungen haben. Zum einen stellt eine unbehandelte Parodontitis ein Risikofaktor für die Entstehung von Herz- und Herz-Kreislauferkrankungen sowie erhöhten Blutzucker dar. Zum anderen können bereits bestehende Allgemeinerkrankungen sich durch eine unbehandelte Parodontitis verschlimmern.

Im nächsten Teil (Teil 2) werden wir auf die verschiedenen Verlaufsformen der Parodontitis eingehen und die Therapiemethoden erläutern, wodurch es möglich wird den Krankheitsverlauf zu stoppen.