Einstieg in die Traumatologie des Zahnes

Der Zahnunfall

„Zahn ausgeschlagen, was nun?“

Bei einem Zahnunfall ist schnelles Handeln das Beste für den Zahn, denn jede Minute kann wichtig sein, um die Heilungschance des Zahnes zu vergrößern.

Häufig sind Kleinkinder (2-3 Lebensjahre), Kinder (7-11 Jahre) und Sportler von Zahnunfällen betroffen.

Vorgehen:

 

    1. Beruhigen Sie die verletzte Person nach einem Sturz im Gesichtsbereich. Schauen Sie vorsichtig, durch Anheben der Lippe, ob Zahnteile abgebrochen sind oder ganze Zähne fehlen.

 

    1. Sollten Zähne wackeln, diese unbedingt so belassen und nicht daran herumwackeln.

 

    1. Sollten ganze Zahnteile oder Zähne fehlen, diese suchen und falls auffindbar unbedingt zum Zahnarzt mitbringen.

 

    1. Zähne auf keinen Fall an der Wurzel berühren (nur an der Zahnkrone), da es sonst zu Schäden an den Zahnwurzelzellen kommen kann. Verschmutzungen am Zahn nicht entfernen und den Zahn nicht desinfizieren!
    1. Beim Zahntransport darauf achten, dass der Zahn möglichst feucht gehalten wird. Am besten eignet sich eine Zahnrettungsbox, die in Apotheken erhältlich oder auch bei Schwimmbädern und Sportvereinen teilweise vorhanden ist. Sollte sich eine Zahnrettungsbox nicht unmittelbar nach dem Zahnunfall organisieren lassen eignet sich als Alternative kalte H-Milch, sterile Kochsalzlösung oder Speichel. Hierbei sind jedoch in absteigender Reihenfolge die Heilungschancen geringer als bei einer Zahnrettungsbox. Ein Taschentuch sollte auf keinen Fall benutzt werden, da der Zahn austrocknen kann.Heilungschancen für den Zahn beim Transport in absteigender Reihenfolge:
      Zahnrettungsbox » kalte H-Milch » sterile Kochsalzlösung » Speichel » Wasser

 

    1. Jetzt ist schnelles Handeln erforderlich. Liegt der Zahn nach 20 Minuten in einem speziellen Nährmedium, können die empfindlichen Zellen der Wurzel länger überleben.

 

    1. Während sie den Zahnarzt oder eine Zahnklinik aufsuchen, die Wunde kühlen und die Blutung mit sterilem Verbandsmaterial, durch ein wenig Druck stillen.

 

    1. Der Zahnarzt untersucht Weichteile, Zähne und Kieferknochen ganz genau und dokumentiert alle Befunde. Dies ist insbesondere wichtig bei Unfällen in der Schule oder am Arbeitsplatz oder in die auch Dritte involviert sind. In diesen Fällen übernehmen eventuell Versicherungen oder Berufsgenossenschaften die zum Teil lebenslangen Folgekosten.

 

    1. Nach Zahnunfällen sollte man mindestens eine Woche weiche Kost zu sich nehmen und regelmäßige Kontrolltermine mit ggf. Röntgenbildern müssen wahrgenommen werden. Dies ist wichtig um Folgeschäden frühzeitig zu erkennen und ggf. zu behandeln.

Quelle: prodente e.V. Köln, Bilderquelle: www.zahnrettungsbox.com